|
Der erste öffentliche Kunst- und Kulturkalender in Viersen ist angelaufen.
Seit Freitag öffnet sich im Kunst & Kulturhaus Bachstraße in Viersen, jeden Tag um punkt 19 Uhr ein Fenster um, für ca. 45 Minuten, dem wartenden Publikum Kunstgenuss der besonderen Art zu
bieten. Den Anfang machte der Multimediakünstler und Theaterpädagoge Dirk Windbergs der zugleich auch einer der Mitinitiatoren dieses besonderen Adventskalenders ist. Er überraschte das Publikum mit
seiner Videoprojektion „Herr H.“ die einen Mann zeigt der mit einem Kassettenrekorder an der Leine zweifelnd seine Umwelt durchstreift. Untermalt wird dies durch einen Klangteppich aus Radionachrichten.
„Dieses riesige Gesicht am Fenster macht schon ein bisschen Angst aber das mit der beleuchtete Hausfassade sieht toll aus!“ erklärte eine begeisterte Zuschauerin
„Unser Haus hat zur Straße hin sieben Fenster, da bot es sich an diese gerade in der vorweihnachtlichen Zeit zu nutzen und mit dem Einsatz von insgesamt 18 weiteren Künstlern aus vielen
Kunstrichtungen die lokale Kulturszene zu bereichern.“ erklärte die viersener Malerin Dagmar Reichel die die Grundidee zu dieser Aktion hatte. Sie gestaltete auch am 02. Dezember das zweite Fenster mit
einer Lichtkollage die zum Thema „Ruhe“ die malerische und objekthafte Elemente mit einander vereinigte. „Schade nur das die Kunstwerke am nächsten Tag wieder verschwunden sind.“ bemerkte ein Passant der
zufällig auf dem Fahrrad vorbei kam und spontan stehen blieb.
Am Sonntag öffnet sich die Haustüre des Kunst & Kulturhaus Bachstraße und das „Darstellungskombinat auf Weltrumtour – wir sind für euch da“ aus Viersen brachte die, in Sturm und Regen,
ausharrenden Zuschauer mit schrägen Mitmachideen und eigenen Liedern zum Lachen und Zweifeln.
„Die ersten drei Tage waren ein voller Erfolg. Nun bleibt nur zu hoffen das den anderen Künstlern das Publikum genauso treu bleibt und sie nicht vor „leerer Straße“ ihre Werke präsentieren
müssen.“ resümierte Dirk Windbergs.
Tonmalereien zum Advent Zwei von innen erleuchtete Fenster füllten sich in windeseile mit Figuren, Linien und Ornamenten. Am Montag den 04. Dezember um 19 Uhr gestaltete die Brüggener
Künstlerinnen Angelika Jansen Meints und Petra Wolf das vierte Fenster des ersten öffentlichen Kunst + Kulturadventskalender im kunst&kulturhaus bachstraße in Viersen. Die Keramikerinnen malten, sich
ständig verändernden Bilder, mit „Tonschlicker“, einem Gemisch aus Ton, Farbpigmenten und Wasser, auf die Fensterscheiben des Hauses. Sie ließen sich dabei von Musik, dem Material und dem jeweilig
anderen Bild inspirieren. Den Zuschauern auf der Straße wurde ein harmonisches, von zwei Schatten, in zum teil meditativen Bewegungen gemaltes Bild geboten welches viel Platz für die eigene Fantasie bot.
„Es ist spannend die Bilder jetzt mal von Außen zu sehen.“ erklärte Petra Wolf nach Vollendung ihrer Arbeit. Rege Diskussionen fanden auch beim Publikum statt. „Nach einem Tag an dem alles schief gegangen
ist, war das ein wunderbarer Abschluss.“ bemerkte eine extra aus Nettetal angereiste Zuschauerin. Das morgige Fenster wir von der Saxofonistin Maike Radermacher gestaltet.
Weihnachtslieder schallten über die Bachstraße
Die Rollade im ersten Stock des Kunst & Kulturhaus Bachstraße in Viersen öffnet sich pünktlich um 19 Uhr, im offenen Fenster steht eine junge Frau mit Saxophon und spielt weihnachtliche
Lieder. Das fünfte Fenster des Kunst und Kulturadventskalenders gestaltete am Dienstag die Viersenerin Maike Radermacher. Spontan hatte sich die junge Frau entschieden mit Ihrem Spiel diese ungewöhnliche
Aktion zu unterstützen. Knappe zwanzig Minuten konnten die Besucher den besinnlichen Klängen lauschen und spendeten nach jedem Lied heftigen Applause. „Eine tolle Idee dieser Adventskalender. Ich freue
mich schon auf unseren Auftritt!“ urteilte Tillman und Ursula H. Neubert die extra aus Neuss angereist waren. Die beiden Schauspieler werden am Sonntag das zehnte Fenster mit Maskentheater bespielen.
Nicolaus verreist!
Das sechste Fenster des Kunst und Kulturadventskalenders erzählte was bis jetzt keiner wusste. Der Nicolaus fährt nach getaner Arbeit „ab in den Süden“. Die Installation „Brauch mal Urlaub!“
von Nico Laus zeigte ein Nicolauskostüm und typische Requisiten wie zufällig ausgezogen und hingeworfen. Auf dem Ganzen thronte ein handgeschriebener Zettel mit der Aufschrift: „Brauch mal Urlaub! Bin
für ein paar Tage weg! Bis denn Euer Nico Laus!“. Die Installation wurde musikalisch von typischen Urlaubshits untermalt und wirkte dadurch noch surrealistischer. Leider haben an diesem Mittwoch nur
wenige Zuschauer den Weg in die Bachstraße gefunden.
Filz Trift Licht
Federleicht und unmerklich wogend hing die, von einer Kerze beleuchtete, Schale aus Filz im Adventsfenster Nummer sieben. Das Fenster hatte sich wieder pünktlich um 19 Uhr im kunst & kulturhaus
Bachstraße in Viersen geöffnet und verzauberte erneut die Zuschauer mit einer besonderen Aktion. Die nettetaler Künstlerin Agnes Erkens arrangierte fünf halbtransparent Objekte aus Filz so geschickt,
dass es anmutete als würden sie im Raum schweben. Durch unterschiedlich farbige Beleuchtung aus dem Hintergrund und dem entstehenden Schattenspiel wechselte die Wirkung des Gesamten von
geheimnisvoll bis anheimelnd. Die mit Naturmaterialen durchflochtenen Kunstwerke ließen dabei ungewöhnliche Durch- und Aufblicke zu. „Mit diesem ungewöhnlichen Licht wirken meine Objekte ganz
besonders.“ stellte Erkens fest. Eine Installation die das breite künstlerische Spektrum des Kunst und Kulturadventskalender bereicherte und Lust auf Fenster Nummer acht machte.
Schattentransformationen
Schräg durch das Bild ragt ein Schatten der die Blickrichtung vorgibt. Im Hintergrund: Bilder die anmuten wie abstrakte Malerei. Nahaufnahmen von Tonskulpturen der brüggener Künstlerin Petra
Wolf in Korrespondenz mit einer eigenen Keramikfigur. Wolf öffnete mit ihrer Installation nicht nur das neune Fenster des Kunst und Kulturadventkalender im Kunst&Kulturhaus Bachstraße in Viersen
sondern auch inspirierende Räume und schuf Momente der Besinnlichkeit. „Es ist erstaunlich wie vielfältig die Idee, ein Fenster in einer normalen Hausfront künstlerisch zu gestallten, ausgelegt werden
kann.“ waren sich die Initiatoren dieses ungewöhnlichen Events Dagmar Reichel und Dirk Windbergs einig. Wir sind gespannt auf die nächsten Tage mit Musik, Theater und, und, und!“
Künstlertraum: Malmaschine
Einen Traum jedes bilden Künstlers, sich nämlich die überaus anstrengende Arbeit des Malens abnehmen zu lassen, ließ der Nettetaler Künstler und Architekt Klaus Schmitz – Becker wahr werden. Er
konstruierte (nicht ohne ein Augenzwinkern) eine Malmaschine die er am neunten Tage des Kunst und Kulturadventskalenders vorstellte. Diese, mit in Farbe getränkte Flaschenkorken, bestückte Metalrolle
schafft, einmal in Aktion gesetzt monumentale, abstrakte Bilder die geprägt sind durch das Spiel zwischen farblichen Überlagerungen und gezielten Aussparungen die sich durch die Anordnungen der Korken
ergeben. Die Maschine in Aktion konnte in eine Videobildpräsentation bewundert werden.
Fotografischer Generationenwechsel
Geplant war Maskentheater, gezeigt wurde Gesichttheater. Die vorgesehnen Szenen der Schauspieler Ursula H. und Tilman Neubert aus Neuss, die das zehnte Fenster des Kunst und Kulturkalenders
gestalten sollten, musste aus Krankheitsgründen verschoben werden. Aber was wäre ein Theatermann ohne Alternativtalente. Tilman Neubert präsentierte kurz entschlossen eine multimediale Präsentation mit
eigenen Fotografien. Die schwarz weißen Doppelportraits zeigten Menschen verschieden Alters mit neutralem Gesichtsausdruck die in verwandtschaftlichem oder beziehungstechnischem Verhältnis stehen. Diese
reduzierten Abbildungen jedoch erzählten Geschichten des Lebens, die einem Theaterstück gleich kamen. Junge, alte, glatte oder zerfurchte Gesichter die kraftvolle Geschichten in den Köpfen der Betrachter hervorzauberten. „Man merkt dass ein Mensch aus dem darstellenden Fach diese Fotos gemacht hat. Ein ganzes Leben in einem Blick.“ befand ein beeindruckter Zuschauer. Neubert hat es geschafft aus einer, selbstbenannten, „Notlösung“ ein „Highlight“ im Kunst&Kulturhaus Bachstraße zu machen. Das Maskentheater findet nun am Freitag den 15. Dezember statt.
Das rockt!
Henning Puppe malt eigentlich nur mit schwarzem Edding auf weißer Leinwand. Für das elfte Fenster des Kunst und Kulturkalender warf er dies alles über Bord und griff zu Cutter und – ROTER –
Klebefolie. Der Krefelder Künstler ließ seinen „teuflischen Engel“ Stück für Stück entstehen und schaffte es, seinen typischen, reduzierten, comichaften Zeichenstiel ohne die gewohnten Werkzeuge
auf die Scheibe zu bringen. „Das rockt ja!“ stellte der Künstler bei der Begutachtung seines Werkes in strömenden Regen vor dem Haus fest. Von hinten beleuchtet, mit gespreizten Flügeln schwebt dieser
nun über der Bachstraße und wird als einziges Kunstwerk wohl den Januar erleben. Die, wahrscheinlich aus Wettergründen, wenigen Zuschauer waren begeistert.
Schleicher schleichen
Eigentlich huscht er ja mehr der Schleicher, der am Dienstag in das zwölfte Adventsfenster des kunst&kulturhaus bachstraße in Viersen projiziert wurde. Die Multimediakünsteler von
komponentenkleber aus Viersen denen schon „Meisterwerke“ wie „Kronkorkenmassaker“ aus dem Computer entsprungen sind, füllten spontan einen der letzten offenen Termine und feierten mit Dirk Windbergs
einem der Mitiniatoren des Adventsprojektes das Bergfest der Aktion. „Wir konnten ja nicht damit rechnen, dass so ein Wahnsinn gut ankommt!“ berichtet Windbergs stolz. „Die Idee zum Adventskalender
entstand aus einer Laune am Kaffeetisch heraus. Noch bevor wir uns über die Umsetzung und den Aufwand Gedanken gemacht haben, haben Dagmar und ich schon Künstler wegen der Mitwirkung angesprochen und
sofort Zusagen bekommen!“. Damit konnten die Beiden nicht mehr anders und die Aktion lief an. Die Begeisterung der eingeladenen Künstler hielt auch trotz verregneter Termine und manchmal geringem
Besucherzuspruch an. „Viele haben neue Methoden und Techniken ausprobiert und so positive Erfahrungen damit gemacht, dass nun gesonderte Projekt entstehen die auch über die Adventszeit hinaus weiter
verfolgt werden.“ erkläret Dagmar Reichel die Ideengeberin des Projektes. Die Beiden danken den Mitwirkenden und freuen sich schon auf den Kunst und Kulturadventskalender 2007 der jetzt schon angefragt
wird und mit ein wenig mehr Vorlauf wieder „über die Fenster gehen „ wird.
Besinnliche Lesung
Mit frisch gebacknen Weihnachtskeksen gestärkt nahmen die Beiden Vorleserinnen Ursula Meyer / Anne Lingen Bloemers die Herausforderung des dreizehnten Fenster des Kunst und
Kulturadventskalender auf der Bachstraße an. Sie versetzten die zahlreichen Zuschauer mit Gedichten und kleinen Geschichten ca. 30 Minuten in besinnliche Vorweihnachtsstimmung. Selbst die Tücken der
Technik (pfeifende Mikrofone und einstürzende Kulissen) wurden nicht zum Problem. Mit dieser Lesung bereicherten die Beiden den Adventskalender um eine neue Kunstart und ernteten reichen Applause.
Summsemann is in the house
Die Weihnachtszeit ist für manche Menschen eine so problematische Zeit, dass sie zu sehr drastischen Mitteln greifen. Solch ein, im Die-Bahn-Deutsch lakonisch „Unfall mit Personenschaden“
genanter Vorfall hatte zur Folge das sich das vierzehnte Türchen des Adventskalenders auf der Bachstraße eine halbe Stunde später öffnete. Die beiden Hiphoper
Summsemann und Ämik die extra aus Siegen und Wassenberg angereist waren vertrieben jedoch mit ihren frischen und positiven Texten den kalten Abend vor dem Haus. Nur mit der Stimme (Beatbox – Ämik, Rap – Summsemann) spielten die Beiden über 45 Minuten und begeisterten mit schrägen Reimen, einem großen Augenzwinkern und viel Lebensfreude das Publikum. Irgendwie hätte ich dem „Personenschaden“ diesen Abend voller Wärme und Spaß gewünscht, vielleicht hätte es geholfen. Schade um jeden der mit sich die Hoffnung sterben läßt!
Jedes Kunst & Kulturhaus braucht einen Hausmeister
Mürrisch Dreinblicken, großspurig Gehen, manisch alles kontrollieren und rüde Zurechtweisen. Wir alle kennen ihn. Die verhasste „gute“ Seele des Hauses. Endlich hat das kunst&kulturhaus
bachstraße seinen eigenen Hausmeister. Tilmann Neubert spielte diese Rolle perfekt. Sie bildete den Auftakt zum 15. Adventsfenster welches der neusser Theatermann mit viel Einfühlungsvermögen und
spielerischem Können gestaltete. Seine fünf Gestalten die er mit schlichten jedoch sehr charaktervollen Masken im Fenster und vor dem Haus zum Leben erweckte zeichneten die genau Beobachtung der kleinen
menschlichen Eigenheiten aus. Egal ob den zweifelnden Poeten, die bettelnde Alte, den Hektiker oder den vergebliche Wartenden alle Figuren lösten in den Zuschauern Reaktionen wie Schmunzeln, Lachen oder
die Bemerkung „Denn kenn ich!“ aus.
Eine gute Nachricht gibt es noch: Es sind alle Fenster des Adventskalenders gefüllt! Nachdem sich die Musiker von Soundschrauben ein Fenster zum Geburtstag geschenkt haben hat nun spontan der
Fotograf und leidenschaftlicher Dudelsackpfeifer Franz – Josef Busch sen. seine Mitwirkung am Sonntag zugesagt.
Im Zeichen der Musik
Im Zeichen der Musik standen das 16. und 17. Fenster des Kunst und Kulturadventskalender in Viersen. Am Samstag gestaltete Sabine Borchert das Fenster des kunst&kulturhaus bachstraße mit
einer Installation der besinnlichen Art. Ganz in rotes Licht getaucht, auf rotem Samt präsentiert erklang aus einer filigranen Spieluhr klassische Musik. Leise Töne in einer lauten Zeit.
Etwas lauter ging es am Sonntagabend im 17. Fenster zu. Franz – Josef Busch sen. spielte auf drei Säcken seiner umfangreichen Dudelsacksammlung irische und schottische Melodien. Erstaunliche
Klangspektren und Stimmungen brachte er auf den sich ähnelnden Instrumenten zu Vorschein. „Es ist erstaunlich wie vielfältig das Gebotene ist. Jeden Abend etwas Neues. Wunderbar!“ bemerkte ein Ehepaar
welches auch an diesem Abend wieder die Adventsaktion besuchte. Sie richten ihren abendlichen Spaziergang so ein dass sie pünktlich um 19 Uhr an der Bachstraße sind und haben bis auf wenige Ausnahmen
alle Aktionen erlebt. Nach begeistertem Applause beendete Busch sein Gastspiel mit zwei Liedern auf der kleinen und der Bassflöte.
Vom Himmel hoch…
Das Fenster öffnet sich und es erscheint ein riesige Knäuel aus Abdeckplane. So scheint es jedenfalls. Als sich das Knäuel jedoch entfaltet stellt es sich als überdimensionals Kleid heraus
welches an der Fassade des kunst6kulturhaus bachstraße befestigt wird. Agnes Erkens gestaltet mit dieser Arbeit das 18. Fenster des Kunst und Kulturadventskalender auf beeindruckende Weise. Von einem
Scheinwerfer beleuchtet wirkt das Kleid „…wie als wäre ein Engel vor das Haus geknallt oder hätte sich gerade umgezogen.“ befand Louis Z., einer der treuesten Zuschauer an diesem kalten Abend. Louis
wohnt in der unmittelbaren Nachbarschaft und hat sich bis jetzt noch fast kein Fenster entgehen lassen. Tapfer taucht er jeden Abend auf, fragt neugierig was den heute Abend „wieder“ passiert und steht
dann mal begeistert , mal freundlich interessiert oder etwas gelangweilt vor dem Präsentierten. Was wäre der Kalender nur ohne Louis.
Fast wie bei MTV Unplugged.
Noesis und ein Buchstabenmafiosi bereicherten mit einem ungewöhnlichen Projekt den Kunst und Kulturkalender. Die Band und der Lyriker aus Rommerskirchen verbanden Musik mit gesprochenem Wort,
eine aus dem Hiphop bekannte Form jedoch neu interpretiert mit Rockmusik und tiefgründigen Texten. Die Musiker verzichteten bei den Instrumenten auf fast jede elektrische Verstärkung was die
nachdenkliche Stimmung noch verstärkte. Über 40 Minuten boten dieses spannende Projekt Nachdenkliches und Musikalisches vom Feinsten und ließen das 19. Fenster zu einem kalten aber unvergesslichen
Ereignis werden.
Rache für alle Schützenfeste des letzten Jahres
Mit dem 20. Fenster des Kunst und Kulturadventskalenders gelang es dem Elektromusiktrio „Soundschrauben“ die nähere Umgebung mit anspruchsvoller Musik zu beschallen. Basslastig waberten die
Kompositionen über den nahgelegenen Teich und erfreuten ein volle Stunde lang Viersen Bockert. Die Freude von Dirk Windbergs, einem der Mitinitiatoren dieser ungewöhnlichen Adventsaktion, ging weit über
die facettenreiche Musik hinaus: „Endlich eine angebrachte Rache für die unsägliche Schützenfestbeschallung der letzten Sommer! Viel Spaß Viersen.“. Spaß gemacht hat es den drei Musiker obendrein und es
wurden weitere Nachfolgeaktionen beschlossen.
Grüne Waffeln zur Adventszeit
Ein kulinarisches Fenster Nummer 21 bot Martha Reiter dem Kunst und Kulturadventskalender. Die dormagener Künstlerin buk live am Fenster grüne Waffeln die unter den Gästen reißenden Absatz
fanden. Mit viel Spaß und Backkunst zelebrierte Reiter jede Waffel die geheimnisvoll grün schimmerten was dem Geschmack keinen Abbruch tat. „Super! Gibt es morgen dann Gans?“ fragte ein Besucher dem das
Gebäck sichtlich gut schmeckte. Kunst zum Essen eine gelungene Vorstellung!
Ohrenschmerzen = Kreativität
Die Skulpturen und Malerei von Katrin Petri hatten einen ehr tragischen Hintergrund. „In einer sechswöchigen Phase von fast unerträglichen Ohrenschmerzen habe ich mich vor lauter Ratlosigkeit
an den Ton gewagt und kleine böse dreinblickende Skulpturen mit Mütze geschaffen. Also eigentlich mich!“ erklärte die Krefelderin. Diese Keramiken waren dann im 22. Fenster des Kunst und
Kulturadventskalenders auf der Bachstraße zu sehen. Manche in Gold und Silber getaucht, festlich funkelnd und ein wenig an Weihnachtsputten erinnernd stellten sie sich bei näherem hinsehen als kleine
Figuren mit schmerzverzogenem Gesicht heraus die Sehgewohnheiten auf den Kopf stellten. Sie lösten im Kopf der Betrachter eine Gedanken aus, der zur Weihnachtszeit vielen durch den Kopf schießt:
„Vielleicht ist doch nicht alles Gold was glänzt!“
Einfach nur Schnee…
… ist ein Wunsch der uns auch in diesem Jahr am Niederrhein wahrscheinlich nicht erfüllt wird. Michael Klingen jedoch stemmt sich gegen Kachelmann und Konsorten und erweckt mit seiner
Installation im 23. Fenster des Kunst und Kulturadventskalender, den Anschein als ob Wunder wahr werden. In kühles, blaues Neonlicht getaucht wirken die Elemente aus Styropor wie Eisblöcke die mit Schnee
bedeckt sind. Ein wunderschönes, „ganz leises, stilles“ (wie der viersener Künstler selber sagte) Bild das den offiziellen Endpunkt der Adventsaktion rund um das kunst&kulturhaus bachstraße in
Viersen setzte. „Das waren tolle Abende! vielfältig, spannend, nachdenklich, spektakulär und völlig überraschen!“ resümierte die Künstlerin Dagmar Reichel die Anfang November die mit dem Theaterpädagogen
und Kunstschaffenden Dirk Windbergs die Idee ersonnen hat. „Nochmals 1000 Dank an alle Künstler die spontan durch ihr Mitwirken diesen Traum wahr werden ließen!“. „Ich merke ich schwächel ein wenig und
bin froh das alles so reibungslos geklappt hat. Bin mal gespannt was ich am ersten Weihnachtstag um 19 Uhr mache. Mir wird schon was fehlen! Aber im nächsten Jahr bieten wir ja auch ein attraktives
Programm hier im Haus an und
am ersten Dezember 2007 geht’s ja wieder los !“ versprach Windbergs. Eine Überraschung gibt es am morgigen Heiligabend noch. Welche wird nicht verraten. Pünktlich um 19 Uhr öffnet sich das letzte Fensterchen…
|